Es sind nicht die Krisen, die dich aus der Balance bringen – es sind die Rollen, die dir nicht mehr passen.
Wenn du lange genug Unternehmer bist, erlebst du diesen Moment: Eine Rolle, die dich früher stark gemacht hat, trägt plötzlich nicht mehr. Was einmal stimmig war, fühlt sich eng an. Erwartungen, die du jahrelang erfüllt hast, passen nicht mehr zu dem Menschen, der du geworden bist. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen Rollen und Identität.
Du erfüllst Rollen – aber Identität erfüllt dich
Rollen sind Erwartungen: von Kunden, Mitarbeitern, Banken, Familie – und oft von dir selbst. Rollen geben dir eine Funktion, ein Bild, eine Aufgabe.
Identität dagegen ist das, was bleibt, wenn du jede Rolle ablegst. Es ist dein innerer Bezugspunkt. Der Ort, von dem aus du klar führst, unabhängig davon, welche Rolle dir das System gerade zuschreibt.
- Rollen entstehen von außen – Identität entsteht von innen.
- Rollen verändern sich – Identität entwickelt sich.
- Rollen können nicht mehr passen – Identität bleibt stimmig.
Wenn du das erkennst, beginnst du nicht mehr zu funktionieren – du beginnst zu führen.
Warum Rollen irgendwann nicht mehr passen – auch wenn du alles richtig gemacht hast
Viele Unternehmer glauben, dass Rollen dann nicht mehr passen, wenn sie „etwas falsch gemacht“ haben. Das Gegenteil ist wahr.
Rollen passen oft deshalb nicht mehr, weil du dich weiterentwickelt hast. Oder weil sich das System verändert hat – und die Rolle nicht mitgewachsen ist.
Märkte verändern sich. Verantwortung nimmt zu. Familien wachsen oder zerbrechen. Erwartungen verschieben sich.
- Die Rolle des Geschäftsführers verlangt plötzlich mehr Mensch als Manager.
- Die Rolle des Familienunternehmers kollidiert mit deiner eigenen Freiheit.
- Die Rolle des „Problemlösers“ verhindert, dass du echte Entscheidungen triffst.
Rollen sind wie ein Anzug: Vielleicht hat er früher perfekt gepasst – aber du bist gewachsen.
Das eigentliche Problem: Viele bleiben in Rollen stecken, die ihnen längst nicht mehr passen
Ich sehe es seit Jahren in der Arbeit mit Unternehmern: Man erfüllt Erwartungen, hält Systeme zusammen, trägt Verantwortung – und merkt irgendwann:
„Ich erkenne mich in meinen Rollen gar nicht mehr wieder.“
Das ist kein Scheitern. Das ist der Moment, an dem Identität sich meldet – und sagt:
„Diese Rolle passt dir nicht mehr – und das ist kein Problem, sondern ein Hinweis.“
Genau hier beginnt deine innere Führung.
Identität bleibt – auch wenn Rollen fallen
Systeme können wanken. Rollen können wegfallen. Erwartungen können sich drehen. Aber deine Identität bleibt bestehen.
Je klarer deine Identität ist, desto weniger wirst du von äußeren Rollen bestimmt. Du führst aus deiner Mitte – nicht aus Erwartungen.
- Du entscheidest stimmig, statt zu funktionieren.
- Du setzt Grenzen, ohne dich zu rechtfertigen.
- Du führst nicht mehr aus der Rolle – sondern aus deiner Identität.
Mehr dazu findest du im Grundpfeiler:
Identität & Selbstführung – echte Führung beginnt innen
Ein Praxisbeispiel: Als ein Unternehmer merkte, dass seine Rolle ihn kleiner machte
Einer meiner Mandanten leitete ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitern. Hohe Verantwortung. Hoher Druck. Doch seine größte Belastung kam nicht von außen – sondern aus Rollen, die ihm nicht mehr passten.
Er sagte: „Ich spiele jeden Tag Rollen, die mich kleiner halten, als ich bin.“
Als wir die Rollen analysierten, wurde klar: Er ist gewachsen – die Rollen nicht.
Sobald er begann, aus seiner Identität zu führen und nicht aus seinen Rollen, änderte sich alles: Entscheidungen wurden klarer. Konflikte wurden ehrlicher. Er selbst wurde größer.
Fragen, die dir helfen, Rollen zu erkennen, die dir nicht mehr passen
Beantworte sie ohne die Maske deiner Funktion.
- Welche Rolle kostet mich Energie – obwohl sie früher leicht war?
- Welche Rolle halte ich am Leben, weil andere sie erwarten?
- Welche Rolle würde ich ablegen, wenn ich niemanden enttäuschen müsste?
- Welche Rolle passt mir nicht mehr – und warum?
Wenn Rollen nicht mehr passen, ist Identität die Antwort
Wenn eine Rolle dir nicht mehr passt, ist das kein Verlust. Es ist ein Zeichen dafür, dass du größer geworden bist.
Wenn du merkst, dass du an diesem Punkt stehst – lass uns sprechen.
